PATCHWORKLEBEN.CH
Gemeinsam eine Familie werden

Forcieren geht nicht - aber fördern

Foerdern Gemeinsam

Eine typische Situation: Sie kommen ins Wohnzimmer und sehen, dass Max, der fünfjährige Sohn, den Ihr Partner jedes Wochenende bei Ihnen zu Hause zu Gast hat, und Lena, Ihre Tochter, die mit Ihnen zusammen lebt, jeder für sich in einer Ecke sitzt und mit Legosteinen spielt. Sie freuen sich zwar darüber, dass es so ruhig ist, Sie merken aber auch voller Erschrecken, dass die beiden Kinder sich absolut nicht mit einander beschäftigen, dass keine Verbindung zwischen ihnen zu bestehen scheint. Wird das so bleiben, wird Max, obwohl er ständig bei Ihnen ist, immer der Fremde bleiben, und welche Konsequenzen hat das für Ihre Familie?

Vorweg sei noch einmal betont, dass ein Patchwork immer nur eine vorüber gehende Form annimmt, dass es sich also ständig verändert. Es ist nun einmal ein Gebilde, bei dem auch sehr viel Vergangenheit mit im Spiel ist, dass Ärger, Trauer und andere negative Emotionen mitspielen, auch wenn die Kinder noch zu klein sind, um sie angemessen zu artikulieren. Wenn also Max sich fremd fühlt, ist das so, denn er weiss oder ahnt, dass sein Vater nicht mehr der ist, der er in der alten Familie war. Es sind Tränen geflossen, Geschirr ging kaputt, Schweigen oder Wutanfälle liegen hinter dem aktuellen Status. Wie soll Max sich da komfortabel fühlen, für ihn ist doch alles neu, ja, auch Sie und ihre Kinder!

Fremdes akzeptieren lernen

Es kann sogar sein, dass Sie besagten Max nicht so recht mögen, wie Sie insgesamt Probleme haben, die Kinder Ihres neuen Partners, die nun so selbstverständlich ständig in Ihrem Leben auftauchen, zu akzeptieren. Sie sind eben plötzlich auch da, und das heisst, auch ihr mürrisches Verhalten, die fehlende Ordnungsliebe, das oft kalte und ablehnende Verhalten. Sie müssen sie nicht lieben, und Sie müssen auch kein schlechtes Gewissen haben, wenn Sie sie - noch - ablehnen. Geben Sie dem Ganzen einfach Zeit. Die Kinder verändern sich, bzw. werden sie auch einmal erwachsen sein und damit sicher angenehmer im Umgang sein oder seltener in Ihrem Dasein auftauchen. Nehmen Sie also das Gebilde, das Sie aktuell vorfinden, wirklich immer nur als einen Moment, eine Phase.

Oft doch zu beobachten: ein Quantensprung

Wenn Sie sich davon frei machen, dass sich alle, die sich unter einem Dach befinden, automatisch lieben müssen, gewinnen Sie wirkliche Freiheit. Aber natürlich sollten Sie auch nicht resignieren und alles so laufen lassen. Gemeinsame Erlebnisse fern vom Computer, auch wenn sie zunächst Proteste auslösen können, wirken oft Wunder. Fahren Sie alle an den See, grillen Sie, spielen Sie eine Partie Badminton, und versuchen Sie, das alles ohne jeden pädagogischen Anspruch einfach geschehen zu lassen. Nach einem sonnigen Tag oder auch einem winterlich kalten Tag, den Sie gemeinsam im Schnee verbracht haben, gibt es viel zu reden - und ein Stück gemeinsame Geschichte kann entstehen.

Tipp

Erzwingen Sie nichts sie sollten Ihre Kinder aus den beiden Partnerschaften weder "verkuppeln" noch darauf bestehen, dass sie sich lieben und sich nie streiten dürfen. Ebenso wenig sollten sie sich selbst zwingen, auf Knopfdruck Liebe für alle neuen Kinder zu entwickeln. Geben Sie diesen Vorgängen Zeit, und akzeptieren Sie auch, wenn Einiges fremd bleibt.

Bildquelle: cherylholt / pixabay.com

Submit to DeliciousSubmit to DiggSubmit to FacebookSubmit to Google PlusSubmit to StumbleuponSubmit to TechnoratiSubmit to TwitterSubmit to LinkedIn
PATCHWORKLEBEN.CH
Gemeinsam eine Familie werden

FB digitalGoogle digitalTwitter digitlRSS digitalpatchworkleben mail

Hinweis: Unsere Webseite nutzt Cookies um Ihnen einen besseren Service zu bieten. Wenn Sie fortfahren, nehmen wir an, dass wir Ihre Erlaubnis haben Cookies zu setzen. Informationen zum Einsatz von Cookies sowie unsere Datenschutzbestimmungen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung und über unser Impressum.     Mehr Informationen    Einverstanden